Abenteuer „Red Bull Romaniacs 2018“

Der Taufkirchener Enduro-Pilot Robert Scharl hat seine Premiere bei der härtesten Hard-Enduro-Rally der Welt mit einem beachtlichen 12. Platz in der Silberklasse beendet. Silber ist die zweite von vier Härtegraden dieses fünftägigen Hard-Enduro-Klassikers in den rumänischen Karpaten. 

Das Terrain der Romaniacs geht da los, wo Wege aufhören und wo Felsen, Wurzeln und enorme Steigungen höchste Fahrtechnik und Mut erfordern. Bei der 15. Austragung dieser Rally standen mehr als 500 Starter aus 53 Ländern am Start. Gestartet wurde die Rally mit einem spektakulären Enduro-Cross-Prolog in der historischen Altstadt von Sibiu (Hermannstadt), danach ging es insgesamt 600 km durch das schwierige Gelände der Karpaten. Immer wieder einsetzender Regen und Gewitterschauer machten dass eh schon anspruchsvolle Gelände noch schwieriger und kräfteraubender. Wie schwierig die „Red Bull Romanics“ dieses Jahr war, zeigt die Tatsache, dass 43 Prozent der Teilnehmer das Ziel nicht erreicht haben. 

Rob Scharl bei den Romaniacs

Mit den guten Platzierungen bei der Deutschen Hard Enduro Serie und beim Erzberg Rodeo, kam Robert Scharl vom Team MXtreme mit einem gesunden Selbstvertrauen nach Rumänien. Begleitet wurde er von seinem Vater Hubert Scharl und dem erfahrenen Mechaniker Wast Buchholz aus Isen. Nach der kräftezehrenden Anreise von 17 Stunden hatte Scharl noch einen Tag für die Anmeldeprozedur und Vorbereitung der Beta RR 300 Rennmaschine. Ausgestattet mit GPS, Überlebenspaket, welches auch Leuchtraketen enthielt, ging es dann zur technischen Abnahme und zum Briefing. Tags darauf startete die Rally vor tausenden von Zuschauern mit dem Prolog in der Altstadt von Sibiu, den Scharl mit einem tollen fünften Platz in der Klasse Silber beendete. Eine gute Ausgangssituation für die erste und mit über 200 km Fahrstrecke längste Etappe der Rally. Leider gab es über Nacht laufend schwere Regenschauer und bereits an Servicepoint 1 wurden die vom Veranstalter geplanten Etappenzeiten überschritten. Nach 5 Stunden Fahrzeit war dann auch Robert Scharl am Servicepoint und in 20 Minuten musste das Motorrad betankt, gewartet und der Fahrer verpflegt werden. Scharl berichtete seiner Crew von extrem schwierigem Gelände, viele Starter haben sich bereits festgefahren, oder haben ihr Motorrad in den tiefen Bachdurchfahrten versänkt und versuchen irgendwie weiter zu kommen. Er werde jetzt absolut auf Sicherheit und Durchkommen fahren, die Rally soll ja nicht schon am ersten Tag vorbei sein. Vater Scharl und Wast Buchholz machten sich dann auf den Weg ins Ziel der ersten Etappe, ein Bergdorf in den Karpaten auf etwa 1.400 Meter. Robert Scharl kam glücklich nach knapp 12 Stunden Fahrzeit auf dem zwölften Platz der ersten Etappe an, der letzte Fahrer um 22:30 Uhr nach über 16 Stunden Fahrzeit. Die Veranstalter haben umgehend reagiert und alle Fahrer, welche Checkpoint 8 von 10 durchfahren haben für den nächsten Tag zugelassen. Zudem wurden die Etappen der Witterung und den Möglichkeiten entsprechend entschärft. Die Etappen 2 bis 4 gestalteten sich ähnlich, aufstehen um 4:30 Uhr, Frühstücken, GPS abholen, Startpunkt anfahren, welcher oft 30 Minuten vom Biwak entfernt war, und dann die Tagesetappen zwischen 5 und 8 Stunden Fahrzeit absolvieren. Ein immenser Kraftakt, den Robert und seine Betreuer gut bewältigten. Entschädigt wurde das Team am fünften Tag mit einem 12.Platz in der Klasse Silber und einem 28. Gesamtrang. Diese Platzierung brachte Robert Scharl auch Punkte in der neu gegründeten „World Enduro Super Serie“ ein, wo er aktuell den 38. Platz belegt. Ohne die vielen Unterstützer um Hintergrund und natürlich nicht zu vergessen die Hauptsponsoren, wie MXtreme, Keller&Kalmbach, sowie EHG, wären diese Erfolge laut Scharl nicht möglich. 

Weiter geht es für Scharl mit den nächsten Rennen „Hexe Extreme“ im österreichischen Lunz am See und den letzten Läufen zur Hard Enduro Serie Deutschland.