Faktencheck 5 ergänzt: Qualitätsstandards bei Feuerbestattungsanlagen

Dieser aktualisierte Faktencheck 5 behandelt insbesondere die Frage, woran man eine qualitativ hochwertig arbeitende Feuerbestattungsanlage erkennt. Er ist um die finale Stellungnahme des Bayerischen Landesamtes für Umwelt LfU ergänzt, um die aufgetretenen Missverständnisse zur Aussage einer Referenzanlage aufzuklären.

Frage: Woran erkennt man eine qualitativ hochwertig arbeitende Feuerbestattungsanlage?

Wer sich über den Betrieb von Feuerbestattungsanlagen informieren möchte und im Internet recherchiert, stößt zwangsläufig auch auf Berichte, die verunsichern, da von sogenannten Störfällen die Rede ist (vgl. zum Thema „Störfall“ auch unseren Faktencheck 2). Deshalb beschäftigt sich dieser Faktencheck eingehend mit Qualitätsstandards bei Feuerbestattungsanlagen.

Aus unserer Sicht ist es wichtig, hierbei nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Schließlich erwartet man von einem Auto der Premiumklasse auch eine viel höhere Qualität und Sicherheit als bei einem Kleinwagen. EHG setzt grundsätzlich nur die beste verfügbare Anlagentechnik ein und sorgt mit kontinuierlichen technischen Upgrades und regelmäßigen Wartungen dafür, dass die eingesetzte Technik jederzeit dem Stand der Technik entspricht. Dass unser Personal über maximale Kompetenz verfügt und darüber hinaus regelmäßig weitergebildet wird, ist langjährig gelebte Praxis. Dass wir nicht geforderte Notstromaggregate vorhalten, an allen möglichen Stellen Maßnahmen zur Energieverbrauchsminimierung umsetzen und eine bestmögliche Energierückgewinnung und -nutzung betreiben, ist ebenso selbstverständlich. Bundesweit gibt es ca. 150 Feuerbestattungsanlagen, die je nach Bedarf und Anspruch des jeweiligen Betreibers mit einer oder mehreren Ofenlinien ausgestattet sind. Etwa 50 Prozent davon sind kommunal, die übrigen sind privatbetrieben. Alle Anlagen unterliegen grundsätzlich der 27. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmisionsschutzgesetzes (27. BImschV), die 1997 erlassen wurde. Darin sind die maximal zulässigen Grenzwerte und Emissionen festgeschrieben (sh. Faktencheck 1 – Emissionsgrenzwerte).

Übrigens: diese Verordnung sieht aufgrund der sogenannten Irrelevanz keinen Grenzwert für Quecksilber vor. Irrelevanz im Sinne der Technischen Anleitung (TA) Luft, die als Unterregelwerk des BImSchG Emissionen und den daraus abzuleitenden Immissionsschutz definiert, bedeutet, dass die Emission eines Schadstoffemittenten dann bei der Luftreinhaltung nicht berücksichtigt werden muss, wenn diese Emission so gering ist, dass sie nicht relevant ist, weil von ihr keine nennenswerten Schadstoffemissionen und in Folge Schädigungen für Mensch und Umwelt ausgehen. Nichtsdestotrotz haben auch Feuerbestattungsanlagen die für Quecksilberemissionen grundsätzlich geltenden Bestimmungen des Immissionsschutzrechtes zu erfüllen. Abgesehen davon, dass eine installierte Technik die Auflagen erfüllt, erfährt jede Feuerbestattungsanlage auch eine unterschiedlich hohe betriebliche Auslastung. Ist diese beispielsweise nicht voll beansprucht, dann arbeitet die Anlage nur bedingt energieeffizient und die konstante Einhaltung der geforderten Temperatur von mindestens 850° C ist gefährdet – mit der Konsequenz, dass eine Einäscherung dann nicht mehr durchgeführt werden darf. Auch Technik, die nicht auf dem neuesten Stand gehalten wird oder nicht mit Original-Ersatzteilen repariert wird, ist genauso eine potentielle Schwachstelle wie nicht ausreichend qualifiziertes Personal.

Einsatz für Qualitätssteigerung

EHG hat sich schon vor knapp 20 Jahren beim damaligen Bundesumweltminister Jürgen Trittin aktiv dafür eingesetzt, dass die gesetzlichen Auflagen für den Betrieb von Feuerbestattungsanlagen bundesweit auf einen strengeren Standard gebracht werden als dies die 27. BImSchV fordert. Mit dieser Initiative wollten wir vorantreiben, einheitlich hohe technische Standards zu definieren. Für mehr Transparenz und Klarheit und im Ergebnis für den Einsatz modernster Technik, damit eben nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden müssen. Denn wenn Feuerbestattungsanlagen bundesweit mit gleich hohem Standard auf aktuellstem technischen Stand arbeiten, dann sind die von Anlagengegnern häufig pauschal vorgebrachten Hinweise auf Probleme von Anlagen mit niedrigerem und älterem technischen Standard hinfällig. Leider blieb unsere Initiative ohne Erfolg.

Auch die in den 90er Jahren erfolgte Rückführung der Genehmigungserfordernis von Feuerbestattungsanlagen in das Baurecht sieht EHG kritisch, denn unserer Auffassung nach gehören Genehmigung und Betrieb von Feuerbestattungsanlagen ausschließlich im Immissionsschutzgesetz geregelt. Ob die damalige Lockerung der Genehmigungsauflagen dazu dienen sollte, den vielen kommunalen Krematorien einen Weiterbetrieb mit vergleichsweise wenig optimaler Technik und häufig überschaubaren Qualitätsstandards zu erleichtern, sei dahin gestellt. Wir legen allergrößten Wert darauf, hohe Qualitätsstandards zu setzen, zu halten und weiter zu entwickeln. Auf Initiative der EHG wurde in den 2000er Jahren die RAL-Gütegemeinschaft Feuerbestattungsanlagen gegründet. Ein eingetragener Verein, der die technischen Standards und die Qualität von Feuerbestattungsanlagen bewertet und überwacht. Ein umfassendes Qualitätsmanagement ist heutzutage ein für die Bewertung von umgesetzten Qualitäts- und Umweltstandards entscheidender und allgemeingültig prüfbarer Faktor. Das betrifft auch das Bestattungswesen.

Feuerbestattungsanlage Traunstein auf höchstem Qualitätsniveau
Die Feuerbestattung Traunstein ist für ihren Service und ihr Umweltbewusstsein nach den strengen Umwelt- und Qualitätsaudits der DIN EN ISO 14001 für Umweltmanagementsysteme und DIN EN ISO 9001:2000 für das Qualitätsmanagement zertifiziert sowie für nachhaltigen Umweltschutz mit dem Gütesiegel „Umweltpakt Bayern“ der Bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet. Damit unterstreicht die EHG in der Feuerbestattung Traunstein ihre Stellung als einer der modernsten und serviceorientiertesten Betreiber von Feuerbestattungsanlagen Europas. Die EHG hat sich freiwillig verpflichtet, die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte im Betrieb deutlich zu unterschreiten und kommt dieser Selbstverpflichtung nachweislich uneingeschränkt nach. Das Bayerische Landesamt für Umwelt führt die Feuerbestattungsanlage Traunstein aufgrund ihrer modernen Technik und der sehr niedrigen Emissionen als Referenzanlage.* Dass wir das schon 2001 waren, und heute immer noch sind, spricht für unseren permanenten Einsatz für optimale Betriebsführung, hohe technische Standards, maximale Qualität und bestmöglichen Umweltschutz

Fazit

Jede Feuerbestattungsanlage in Deutschland unterliegt der 27. BImschV und der Einhaltung der darin geforderten Emissionsgrenzwerte. Damit ist ein Mindest-Qualitäts-Standard gesetzt, der unbestritten „Luft nach oben“ hat. Es gibt seit vielen Jahren moderne technische Anlagen, mit denen die Grenzwerte sehr deutlich unterschritten werden können. (vgl. u.a. Faktencheck 4 – Emissionen der Feuerbestattung Traunstein). Sie erfordern natürlich ein entsprechendes Investitionsvolumen und bieten dafür eine starke Leistungskapazität und eine Unterschreitung der Grenzwerte um ca. 90 Prozent. Dies kommt dem Menschen und der Umwelt zu gute. Deshalb lädt dieser Faktencheck den Leser und Interessierten dazu ein, genauer hinzusehen und auf die Unterschiede zu achten.

Fakt ist: die geplante Feuerbestattungsanlage in Kolbermoor wird exakt die gleich hohe technische Premiumausstattung haben wie die in Traunstein täglich betriebene. Allen Unkenrufen zum Trotz heute schon jederzeit belegbar und in Augenschein zu nehmen.

* Vgl. Anlage: Email des LfU vom 01.10.2019, 10.14 Uhr.

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