EHG informiert: Projekt Feuerbestattung Kolbermoor News 5

Das Ratsbegehren über die Entscheidung für oder gegen den Bau einer Feuerbestattungsanlage am Neuen Friedhof in Kolbermoor ist am 20.10.2019 bei einer Wahlbeteiligung von 49,6 % mit 59,8 % der Stimmen negativ entschieden worden, eine Umsetzung des Projektes wird es nicht geben. Wir bedauern diese Entscheidung sehr und akzeptieren sie gleichermaßen.

Zunächst ist es Zeit, dass wir uns bedanken:

  • Danke an die 2.900 Kolbermoorer, die sich von Angstmacherei, Fehlinformation und Hetze nicht verunsichern ließen.
  • Danke an alle Unterstützer, die sich verantwortungsvoll an einem Projekt für die Daseinsvorsorge und Zukunft beteiligt haben.
  • Danke an Bürgermeister Peter Kloo, der das Gemeinwohl über die Interessen von Anliegern stellte.
  • Danke an alle Stadträte, den zweiten Bürgermeister Dieter Kannengießer und die dritte Bürgermeisterin Dagmar Levin, die sich im Vorfeld gründlich informiert haben und ihre Entscheidung aufrecht vertreten konnten (statt zuerst für ein Vorhaben zu stimmen, und es erst bei Unmut von Wählern für nötig halten, sich mit ihrer Entscheidung zu befassen und diese dann auf Druck auch noch zu revidieren).
  • Danke an die engagierten Vertreterinnen der Kirche, die sich niederbuhen lassen mussten, sich aber trauten, Stellung zu beziehen und Präsenz zu zeigen, ohne die Rückendeckung ihres Vorgesetzten zu brauchen.
  • Danke an alle, die ihre Angehörigen und Freunde während einer Chemotherapie unterstützen (und ihnen nicht vorhalten, dass sie deshalb nach ihrem Tod die Umwelt belasten).
  • Danke an alle, die den rechtsstaatlichen Weg in einer Diskussion eingehalten haben (statt Pressemitteilungen zu fälschen, Drohbriefe zu verfassen, Verunglimpfungen, Unhöflichkeiten und Fehlinformationen zu publizieren).

Es ist aber auch Zeit, zu resümieren:

  • Wir waren überrascht und bedauern es, dass die von den Gegnern gewählte Art der Diskussion das Klima in Kolbermoor mehr vergiftet hat als eine Feuerbestattung mit bestem Umweltstandard durch modernste Technik dies je gekonnt hätte.
  • Wir waren noch überraschter, dass sich über 4.300 Kolbermoorer, von denen mit hoher Wahrscheinlichkeit mindestens 1.100 die Feuerbestattung als ihre Form der Beisetzung wählen werden, mit dieser Art der Diskussion gegen das Projekt haben mobilisieren lassen.
  • Wir fürchten uns davor, dass Deutschland seine Vorreiterrolle in Technik und Innovation immer mehr verliert. Wir fürchten uns vor der Halsstarrigkeit, Egozentrik und dem unsäglichen Einfluss von Nimbys, die ihr persönliches Wohl über das der Sozialgemeinschaft und damit auch über das unserer Kinder und Nachkommen stellen – und dabei noch nicht einmal davor zurückschrecken, den Umweltschutz auf ihrer Seite zu wähnen.

Wie geht es jetzt weiter?

Die EHG hat Kolbermoor mit der Anbindung an den Neuen Friedhof favorisiert, weil dieser Standort alle für den Bau einer Feuerbestattungsanlage erforderlichen Standards erfüllt hätte.

Wir werden nun unsere an anderen Stellen in Südostoberbayern geführten Gespräche zur Lokalisierung geeigneter Standorte wieder aufnehmen, bis ein neuer Standort gefunden ist, weil wir auch in Zukunft im Interesse unserer Kunden und der Angehörigen orts- und zeitnah dem Bedürfnis der Menschen nach Feuerbestattung nachkommen wollen. Ob wir damit Erfolg haben, bleibt nach der für uns unerwarteten Entscheidung der befragten Kolbermoorer Bürger abzuwarten.